Avatare beeinflussen reales Verhalten - Studie aus Stanford 
Wissen
Montag, den 01. März 2010 um 12:14 Uhr
Avatar Studie Virtual Reality Helm Avatare, also das virtuelle Alter Ego eines Nutzers, beeinflussen das Denken und Handeln des Menschen. Dies wies Jesse Fox in einer Studie nach, Doktorandin der Kommunikation des Stanford Virtual Human Interaction Lab.

Einflüsse auf Denkmuster und Handeln haben demnach virtuelle Aktivitäten, was mit der Studie nachgewiesen wurde. Die Studien konzentrierten sich auf zwei Kernfragen, wie sich virtueller Sport auswirkt und wie Menschenbild auf das weibliche Geschlecht beeinflusst wird.

Umgesetzt wurden die Tests mithilfe eines immersiv verstärkend wirkenden Infrarot-Video-Helmes, dessen Kameras die Position im Raume bestimmten und die die virtuelle Realität individuell anpassten.

In drei Gruppen wurden die Teilnehmer der Sportstudien unterteilt. Einem Avatar, der wie der Teilnehmer aussah und der sich auf einem Laufband betätigte, sah Gruppe 1 zu. Gruppe 2 sah ebenfalls einem real ähnlichen Avatar zu, dieser aber faulenzte. Gruppe 3 sah einem fremden Avatar zu, wie dieser Sport auf dem Laufband ausführte.
Die Probanden der Gruppe 1 hatte am Folgetag im Schnitt eine Stunde länger das Bedürfnis, tatsächlich Sport zu betreiben.

In Test Zwei der Sportlerrunde sahen die Teilnehmer ihren eigenen oder einen fremden Avatar dicker oder dünner werden. Dünner werdende Avatare erzeugten dabei eine größere Motivation der Teilnehmer, selbst sportlich aktiv zu werden.
Test Drei war schließlich darauf ausgerichtet, wie sich Essgewohnheiten verändern, schaut man seinem Avatar beim Karotten-Essen oder dem Genuss von Süßigkeiten zu, worauf diese wiederum dünner oder dicker wurden. Hier zeigten sich geschlechterspezifische Unterschiede - Frauen aßen anschließend mehr Karotten, teilnehmende Männer griffen vornehmlich zu Süßigkeiten.


Der Vergewaltigungsmythos

Der Vergewaltigungsmythos ist die Ansicht, dass freizügig gekleidete oder allein ausgehende Frauen es provozieren, vergewaltigt zu werden.
Avatar Studie Vergewaltigungsmythos Diesem Mythos stimmten die Probanden nachweislich dann eher zu, hatten sie in wiederum drei Testphasen einen freizügig bekleideten Avatar beobachten müssen. Neben freizügig gekleideten Avataren wurde der Einfluss auf das Denken von in Jeans vollends bekleideten, dominant oder unterwürfig agierender, Avatare beobachtet.

Die Auswirkung der Annahme des Vergewltigungsmythos war insofern erstaunlich, als Frauen selbst Aussagen wie "Frauen versuchen Macht zu erlangen indem sie Männer kontrollieren" oder "Frauen fühlen sich zu leicht angegriffen" zustimmten, hatten sie einen Avatar zu beobachten, der freizügiger Natur war - selbst dann wenn dieser Avatar das (eigene) Gesicht der jeweiligen Teilnehmerin besaß.

Mit der Studie wurden interessante Ansätze für das virtuelle Erlernen von Verhaltensmustern bewiesen, die insbesondere Auswirkungen auf die Eigendarstellung haben. So könnten Selbstbewusstsein oder der Wunsch, körperlich zu agieren, also virtuell antrainiert werden, unter anderem bei beleibteren Menschen, die ihre körperliche Fülle als Belastung betrachten.
Jesse Fox sieht vor allem in der Studie die Bedeutung der Medienkompetenz der heutigen Zeit als nachgewiesen an. Bereits Schüler, so Fox, sollte demnach Wissen antrainiert werden, wie sich Sterotype auf Denken und Handeln in non-Face-to-Face Kommunikationen auswirken können.

Links:
Video zur Studie auf YouTube
Informationen über die Studie der Stanford University
Virtual Human Interaction Lab Webseite
Diverse Studien des Virtual Human  Interaction Lab
 

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