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Mai und Juni 1933 – überall in Deutschland brennen die Scheiterhaufen. Angefangen auf dem Opernplatz in Berlin verbrennen fanatische Mitglieder der deutschen Studentenschaft bis zum Juni in allen größeren Städten die Schriften von Ernst Bloch, Bertold Brecht, Maxim Gorki, Franz Kafka, Karl Marx oder Kurt Tucholsky, nur um einige Namen zu nennen. 

Im Schein der Fackeln übergeben die Nationalsozialisten jüdische, marxistische und pazifistische Bücher den Flammen. Als "Aktion wider den undeutschen Geist" rotten sich die Horden auf Marktplätzen und Versammlungsstätten zusammen und versetzen dem freien Wort im Nazi-Deutschland den Todesstoß. Flammen und Rauch werden zu gespenstischen Zeigefingern, die auf die zukünftigen Kamine in Auschwitz ihre unseeligen Schatten werfen, wo Millionen Juden, aber auch Sinti und Roma, Zeugen Jehovas und Homosexuelle, ihrer Menschlichkeit und Freiheit beraubt, im Gas und in den Flammen der Verbrennnungsöfen enden.

Brennende Bücher als Fanal für die beginnende Verfolgung, Unterdrückung und Ermordung so vieler Menschen. Ab 1933 gehen in Deutschland und später in grossen Teilen Europas für lange Zeit die Lichter aus.

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