Das Head Up Display von Google - Science Fiction der Augmented Reality 
Geschrieben von: Leo Fegerl   
Samstag, den 10. März 2012 um 16:00 Uhr

03-10_google-hud-android-brilleIn Science Fiction Filmen ist das hier Beschriebene schon geschehen.
Der neue Trend sind ein Brillencomputer und andere Accessoires mit Computerfunktionen. Einige Autokonzerne blenden bereits jetzt schon die Armaturanzeigen auf die Windschutzscheibe. Viele Konzerne experimentieren damit. Nun versucht sich auch Google daran.

Die Google Android Brille soll noch in diesem Jahr auf den Markt geworfen werden.

Seit einiger Zeit kursieren Gerüchte über eine extravagante Sehhilfe, dem Google-Brillencomputer. Dabei ist von einem Head up Display (HUD) die Rede. Das besondere daran ist die Integration der Augmented Reality-Technologie. AR-Technologie meint die Überlagerung der Realität durch virtuelle Informationen.

Die Technik

Die Brille, ausgestattet mit einer kleinen Kamera, fängt Informationen über die Umgebung ein und wird durch AR-Apps unterstützt. Hierzu ist eine Verbindung zum Internet notwendig, entweder via Kabel zum Handy oder über Bluetooth. Vermutlich wird die Bildqualität auf wenige Megapixel begrenzt sein, da sie nur auf einem Auge am Rande des Sichtfeldes zu sehen sein wird, um die Sicht nicht zu stark zu beeinträchtigen.
Über Kopfbewegungen und Spracheingabe erfolgt die Bedienung. Mit der Zeit soll sich das Gerät sogar an die Bewegungen des Benutzers anpassen. Da die Brille über einen GPS-Chip verfügt, stellt die Navigationsfunktion kein Problem dar. Noch soll die Google Brille stark der Computerbrille des amerikanischen Unternehmens Oakley ähneln und die Technik hinter der Brille entspricht anscheinend der eines älteren Smartphones.  Es wird also sicherlich noch eine Weile dauern bis die Geräte einen Standard und vor allem einen Komfort erreicht haben werden, die den Ansprüchen des Massenmarktes entsprechen. Eine 3D-Option soll derzeit noch nicht im Gespräch sein.

Was bisher geschah

Im Film Mission Impossible scannt man mit Hilfe einer Kontaktlinse die Gesichter der anwesenden Personen und erkennt mittels Datenvergleich ob es sich um gesuchte Verbrecher handelt.
Wikitude AppBei Iron Man bedient der Held "Stark" seine Körperrüstung mittels Gesten, Blicken und Sprachbefehlen.
So weit wie in Mission Impossible und Iron Man sind wir vielleicht noch nicht, aber fast  immer sind Errungenschaften der Science Fiction die Vorreiter der menschlichen Forschungen.

Einige Möglichkeiten wie unser Alltag durch Augmented Reality bereichert werden kann:

  • Man stelle sich einen virtuellen Reiseführer vor. Durch die App "Wikitude" werden touristische Informationen wie Restaurants und Details zu historischen Gebäuden auf dem Display der Google-Brille eingeblendet.
  • Der virtuelle Lauftrainer ist bei jedem Training live mit dabei. Mittels Sportbrille hat z.B. der Läufer oder der Skifahrer jederzeit seine Laufzeiten und seine Vitalwerte im Blick.
  • Als Shopping-Assistent käme AR-Technologie wohl groß raus. Ein Foto vom eigenen Garten am Smartphone, ab in den Baumarkt und dort verschiedene Gartengarnituren fotografieren. Diese ins Bild des Gartens eingefügt und schon kann der Kunde noch im Geschäft einwandfrei feststellen, welche Möbel sich am Besten machen. Bei der Auswahl des richtigen Fernsehers reicht eine Aufnahme des zukünftigen Standortes, während im Geschäft gemütlich probiert werden kann, welches Gerät die richtige Größe und Farbe hat. Hat sich der Kunde dann erst einmal für ein Gerät entschieden und ist dabei, es zu Hause aufzustellen, braucht er es bloß mit der Kamera seiner Google-Brille zu fixieren, schon läuft vor seinem Auge der Handlungsablauf ab wo welches Kabel angeschlossen gehört.
  • Das Navigationsgerät im Auto ist nichts Neues. In Kombination mit AR hat der Elektronik Hersteller Pioneer ein Gerät angekündigt welches ein Echtzeitvideo in die Straßenführung einbezieht. Dabei  filmt eine Kamera an der Windschutzscheibe die Straße, Fahrzeuge und überhaupt alles was sich vor dem eigenen Fahrzeug abspielt. Durch das Bilderkennungs- und Auswertungssystem ist das Navi neben der Wegbeschreibung fähig zu erkennen wenn der Fahrer zu dicht auf den Vordermann auffährt, Alarm zu schlagen wenn das Ampelsignal auf Rot schaltet oder vor anderen Gefahren zu warnen.

Google ist nicht allein

Das ist nicht unbedingt neu. Schon seit längerer Zeit wird in diese Richtung geforscht und gebastelt:

Israel: Das israelische Unternehmen Lumus hat einen Prototypen der AR-Brille entwickelt bei der auf das Head Up verzichtet wird. Anstelle des Display ist bei dieser Brille eine Lichtpumpe in die Seitenteile eingebettet, welche das Bild über Glasfaserleitungen direkt auf die Linse projizieren soll. Dadurch wirkt die Brille weniger klobig und ist somit von einer "normalen" Sehhilfe nicht mehr zu unterscheiden. Ob gerade "von der Brille abgelesen wird" oder nicht, ist von außen nicht erkennbar. Allerdings verfügt sie über keine Kamera  - also auch über kein Bilderkennungssystem.

Japan: Der japanische Telekommunikations-Konzern NTT DoCoMo stellte in Zusammenarbeit mit Olympus einen Prototypen des "AR-Walkers" vor. Es handelt sich dabei um ein handelsübliches Brillengestell, an dem ein Head-Mounted Display angebracht ist. Die Brille wird mit einem Handy verbunden und während Informationen aus der Umgebung auf das rechte Glas projiziert werden, läuft eine App und stellt dank der Ortung durch GPS-Sensoren Informationen über die Umgebung zur Verfügung. So wird zum Beispiel durch einen Blick in Richtung Himmel der Wetterbericht eingeblendet.

Russland: In einem Modegeschäft in Russland ist Kleider anprobieren im Sekundentakt mittels einer virtuellen Umkleidekabine möglich. Die Kunden stehen dabei vor einer Säule mit eingebauten Display und einer Kinect Kamera. Am Bildschirm zu sehen ist der Kunde selbst, eingekleidet mit virtuellen Kleidungsstücken, welche denen aus dem Regal gleichen. Das Kleidungsstück dreht sich sogar mit wenn sich der Kunde bewegt. Dadurch sieht der Kunde ob die Kleidung auch auf der Rückseite richtig sitzt. Gewechselt wird das Modestück durch das Betätigen eines virtuellen Knopfes. Auch wenn die Kleidung ein wenig starr wirkt, wird ein erster Eindruck vermittelt ob einem ein Kleidungsstück zusagt oder nicht.

Weltweit: Auch die IT-Konzerne Apple und  Motorola sollen bereits an tragbaren Accessoires mit Computerfunktionen arbeiten. Lego präsentierte 2010 die Digital Box.

Ein weiterer Schritt in die Zukunft. Eine Zukunft voller wertvoller Informationen und technischen Wunderwerken mit denen der Massenmarkt vielleicht schon bald in großes Staunen versetzt wird.

Und zum Schluß noch ein Video: BMW benutzt ein HUD auf Windschutzscheibe.

Einbetten Betten Sie dieses Video in Ihre Seite ein.

 

Bitte Einloggen oder Registrieren um Kommentare zu schreiben.

Panorama 

Neue Artikel:
rss-005

Metaversen 

Neue Artikel:
VWI RSS

IT / Tech 

Neue Artikel:
VWI RSS

Second Life 

Neue Artikel:
rss-005

Mitmach-News 

Neue Artikel:
rss-005